Kontakt

Kreditrisikoermittlung und Prozesse

Die Capital Requirements Regulation (CRR) enthält zwei alternative Ansätze, um die Eigenmittelanforderungen für Kreditrisiken zu definieren:

  • Den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und
  • Den auf internen Beurteilungen basierenden IRB-Ansatz (IRBA)

Kreditrisikostandardansatz (KSA)  zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen

Innerhalb des Standardansatzes kann das Risikogewicht von Kreditrisikopositionen auf der Grundlage externer Bonitätsbeurteilungen ermittelt werden. Abhängig von der externen Bonitätsbeurteilung werden den Kreditrisikopositionen je nach Forderungsklasse Risikogewichte von 0 bis 1.250 % zugeordnet. Für nicht beurteilte Positionen werden pauschale Risikogewichte festgelegt. Daneben gibt es im Standardansatz (KSA) jedoch auch Forderungsklassen, in denen externe Bonitätsbeurteilungen generell keine Rolle für die Risikogewichtung spielen. Für sie werden ausschließlich pauschale Risikogewichte angewendet, die nur die Art der Kreditrisikoposition berücksichtigen.

IRB-Ansatz (IRBA) zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen

Mit dem auf internen Analysen und Beurteilungen basierenden  IRB-Ansatz verfügen Finanzinstitute neben dem KSA über einen weiteren Ansatz zur Gewichtung der Kreditrisikopositionen. Im Rahmen des IRB-Ansatzes wird in der Regel unterschieden, ob und inwieweit ein Institut außerhalb des so genannten Mengengeschäftes (klassisches Kredit- beziehungsweise Darlehensgeschäft) nur die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default/PD) selbst schätzt (Basis-Ansatz) oder ob auch die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default/LGD) berücksichtigt wird (fortgeschrittener Ansatz).

Quantifizierung von Eigenmittelanforderung

Im Rahmen beider Vorgehensweisen müssen institutsinterne Systeme implementiert werden um die entsprechende Eigenmittelanforderung zu quantifizieren. Dabei ist jeder Kreditnehmer anhand der Bonitätsbeurteilungen einer bestimmten Ratingstufe zuzuordnen. Das für die jeweilige Kreditrisikoposition anzuwendende Risikogewicht berücksichtigt vor allem die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht vollumfänglich nachkommt. Die intern ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Ratingstufe werden häufig auf Basis von historischen Daten geschätzt.

Prozessuale Herausforderungen bei der Kreditrisikoermittlung

Neben fachlichen und technischen Hürden stehen Institute häufig vor prozessualen Herausforderungen im Rahmen der Kreditrisikoermittlung, angefangen bei der Erhebung der notwendigen Informationen hinsichtlich der Kreditwürdigkeit des Schuldners über die Verarbeitung dieser und der Sicherstellung der Konsistenz der verwendeten Daten insbesondere im Hinblick auf die geänderten Impairment-Anforderungen im Sinne des IFRS 9.

Unterstützung der FAS AG bei der Kreditrisikoermittlung

Die FAS AG unterstützt Sie und Ihr Unternehmen bei der Konzeptionierung und Implementierung eines geeignetes Systems zur Kreditrisikoermittlung unter Berücksichtigung der institutsinternen sowie regulatorischen Anforderungen sowie der Prozesse innerhalb des Unternehmens.  

Bei Interesse und für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner
 Andreas Huthmann Managing Partner