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Hedge Accounting – Auswahl und Einführung von Hedge Accounting-Systemen

Hedge Accounting bietet als bilanzielles Wahlrecht die Möglichkeit, ökonomische Sicherungsstrategien auch bilanziell abzubilden. Damit können Verwerfungen in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Eigenkapital, die aus unterschiedlichen Bewertungsansätzen resultieren (sogenannte Accounting Mismatches), z. B. aus zwischen fortzuführenden Anschaffungskosten, bilanzierten  Grundgeschäften und zum Fair Value bilanzierten Sicherungsinstrumenten, deutlich reduziert werden. Zur gezielten bilanziellen Ergebnis-/Eigenkapitalstabilisierung werden Grund- und Sicherungsgeschäfte zu Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39, IFRS 9 bzw. US GAAP oder zu Bewertungseinheiten gemäß HGB bzw. BilMoG zusammengefasst und die jeweils kompensierenden Wertänderungen entsprechend bilanziert. Die Ausübung des Wahlrechtes geht jedoch mit zahlreichen Anforderungen an die Dokumentation, die Bewertung, die Bilanzierung, die Offenlegung im Anhang, Systeme und Prozesse und nicht zuletzt an das interne Reporting einher.

Definition einer Hedge Accounting-Strategie

Um nachhaltig die gewünschten Effekte zu erzielen, ist es in einem ersten Schritt unerlässlich, die unternehmens- und transaktionsspezifischen Ziele des Hedge Accountings im Rahmen einer Sicherungsstrategie zu definieren. Im nächsten Schritt ist dann zu prüfen, wie diese Strategie inhaltlich umgesetzt werden kann und welche Tools zum Einsatz kommen sollen. Des Weiteren sollte in Abhängigkeit der Zieldefinition festgelegt werden, wie die Zielerreichung gemessen werden soll. Hierfür bietet sich regelmäßig, eine in den Hedge-Prozess integrierte Überleitung zwischen ökonomischem und bilanziellem Ergebnis an, in der die systematischen Unterschiede ermittelt werden und die Grundlage für eine laufende Analyse und Optimierung bietet. Zur Konzeption des maßgeschneiderten Hedge Accounting-Ansatzes sind dabei verschiedene Fragestellungen relevant:

  • Relevante Bilanzierungsvorgabe: IAS 39, IFRS 9, US GAAP, HGB bzw. BilMoG
  • Risikoarten: Zinsrisiken, Währungsrisiken, Zins-Währungsrisiken, Rohstoffrisiken
  • Art der Risikosicherung: Fair Value-Hedge, Cashflow-Hedge, Hedge of a Net Investment
  • Zusammensetzung der Sicherungsbeziehungen: Mikro, Makro, Portfolio Hedge

Bewertung und Effektivitätstest – externe Berichterstattung und internes Reporting

Insbesondere für den Effektivitätstest sowie für die Ermittlung, die Trennung und den Ausweis einzelner Ergebnisgrößen in der externen Berichterstattung und im internen Reporting sind methodische Fragestellungen zu klären, die in Abhängigkeit der relevanten Bilanzierungsvorgabe unterschiedlich kritisch für die nachhaltige Zielerreichung sein können. Typische Themenschwerpunkte umfassen hierbei:

  • Effektivitätsmessung: Critical Terms Match, Sensitivitätsanalyse, Regressionsanalyse, VaR-Vergleich, Dollar-Offset-Methoden, Varianzreduktionsmethode etc.
  • Bewertung, bspw. hinsichtlich der Verwendung eines Mehrkurven-Setups (Multi Curve)
  • Wertgrößen und Bewertungskomponenten: Hedge Fair Value, Hedge Amortised Cost, Pull-to-Par Effekte, Amortisationsbeträge etc.
  • Erstellung der quantitativen und qualitativen Anhangsangaben
  • Überleitung zwischen bilanziellem und ökonomischem Ergebnis
  • Harmonisierung von ökonomischer Steuerung und bilanzieller Abbildung

Bilanzierung gemäß IFRS 9

Aufgrund des vom IASB im IFRS 9 eingeräumten Sonderwahlrechtes zur Beibehaltung der Regelungen des IAS 39 bis zur Veröffentlichung eines neuen Macro-Hedge-Accounting-Ansatzes, ergeben sich zum Teil neue Fragestellungen, zum Beispiel wie der IAS 39 Ansatz mit den neuen Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten des IFRS 9 in Einklang gebracht werden kann. Auch der Übergang auf einen IFRS 9 Hedge Accounting-Ansatz ist aufgrund der Vielzahl von offenen Fragestellungen und ungeklärten Definitionen herausfordernd, bietet aber auch neue, zusätzliche Möglichkeiten. Typische Schwerpunkte ergeben sich wie folgt:

  • Sonderwahlrecht zur Beibehaltung der IAS 39 Regelungen für das Hedge Accounting
  • Analyse, Konzeption und Anpassung bereits bestehender Hedge Accounting Lösungen an die Anforderungen von IFRS 9
  • Einführung von Hedge Accounting Ansätzen gemäß IFRS 9
  • Konzeption der bilanziellen Abbildung und Entwicklung entsprechender Buchungskonzepte
  • Harmonisierung zwischen der Abbildung nach HGB und IFRS

Systemauswahl und Systemeinführung für das Hedge Accounting

Gerade aus der umfangreichen Bandbreite und komplexen fachlichen beziehungsweise methodischen Herausforderungen ergeben sich teils sehr spezielle Anforderungen an eine maßgeschneiderte Systemumsetzung. Vor diesem Hintergrund ist eine intensive Analyse und transparente Gegenüberstellung des Leistungsspektrums der verschiedenen Systemlösungen im Vorfeld ratsam, um eine leistungsfähige und hinreichend flexible Abbildung der verfolgten Sicherungsstrategie sicherzustellen. Typische Fragestellungen umfassen dabei:

  • Anforderungsanalyse, Fachkonzeption und Test der erforderlichen Softwarelösung
  • Analyse, Konzeption und Anpassung der Facharchitektur, Verarbeitungsprozesse und Reportings

Die FAS AG als erfahrener Partner für Ihre Hedge Accounting Fragestellungen

Die FAS AG verfügt als spezialisierte Beratung für die Gesamtbanksteuerung über langjährige Erfahrung in zahlreichen Projekten rund um das Thema Hedge Accounting gemäß IFRS, HGB oder US GAAP. Von der fachlichen Konzeption, über die Softwareauswahl bis hin zur systemtechnischen Umsetzung legen wir dabei großen Wert auf den zielgerichteten Einsatz von Lösungen, die den jeweiligen Anforderungen entsprechen.

Bei Interesse und für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner
 Andreas Huthmann Managing Partner