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Liquiditätsplanung & Liquiditätsmanagement

Liquiditätsplanung und Liquiditätsmanagement sind regelmäßig zentraler Bestandteil von Restrukturierungsprozessen. Ihr Einsatz ist allerdings nicht auf Krisensituationen beschränkt, sondern dient auch darüber hinaus der Erfüllung von Sorgfaltspflichten der Geschäftsführung.

Ziel einer Liquiditätsplanung

Das Ziel einer Liquiditätsplanung ist die Ermittlung des voraussichtlichen Liquiditätsbestandes. Der Liquiditätsplan wird dabei als Controllinginstrument zur rechtzeitigen Risikoeinschätzung verstanden. Bei der Erstellung werden alle im Planungszeitraum erwarteten Zahlungsflüsse aufgezeichnet, so dass die Zahlungsfähigkeit analysiert und Risiken entgegengewirkt werden kann.

Die Liquiditätsplanung ist ein zentraler Bestandteil einer integrierten Finanzplanung, die als weitere Komponenten eine GuV-Planung, inklusive der hierfür erforderlichen Vorplanungen sowie eine Bilanzplanung umfasst. So wird sichergestellt, dass die geplante operative Geschäftsentwicklung in die Liquiditätsplanung einfließt. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden diese Informationen im Hinblick auf Zeitpunkt und Höhe ihrer Zahlungswirksamkeit verarbeitet.

 

Der Liquiditätsplanung kommt im Hinblick auf die Feststellung, beziehungsweise den Ausschluss eingetretener oder drohender Zahlungsunfähigkeit hohe Bedeutung zu. In der Praxis hat sich ein dreistufiges Vorgehen etabliert.

1. Stichtagsbezogene Analyse der Liquidität

In einem ersten Schritt wird ein Finanzstatus erstellt, der die Liquiditätssituation, bezogen auf den aktuellen Stichtag, aufzeigt. Hierzu müssen den vorhandenen liquiden Mitteln die fälligen Verbindlichkeiten gegenübergestellt werden. Zu den liquiden Mitteln zählen auch nicht beanspruchte Kreditlinien. Ferner sind gestundete Verbindlichkeiten nicht in den Finanzstatus aufzunehmen. Sind die fälligen Verbindlichkeiten nicht durch liquide Mittel gedeckt, ist zu analysieren, in welchem Zeithorizont, die Liquiditätslücke wieder geschlossen werden kann.

2. Liquiditätsplanung auf Wochenbasis

Ausgehend vom Finanzstatus zum Stichtag, werden in einem zweiten Schritt künftige Ein- und Auszahlungen geplant, die in naher Zukunft erwartet werden. Hierbei wird in der Regel eine Zuordnung auf Wochen vorgenommen. Zu den erwarteten Einzahlungen zählen Zuflüsse aus bestehenden, fälligen Forderungen, wie auch Einzahlungen, die sich aus der geplanten Umsatztätigkeit ergeben. Auszahlungen können aus fälligen Verbindlichkeiten, aber auch aus dem laufenden Geschäftsbetrieb resultieren. Auch investive Maßnahmen und Finanzierungskosten sind aufzunehmen. Bereits geplante liquiditätsentlastende Maßnahmen (zum Beispiel Stundungen von Zahlungen) können berücksichtigt werden, sofern sie hinreichend konkretisiert sind.

3. Liquiditätsplanung auf Monatsbasis

Liquiditätsplanungen dienen nicht nur dazu, die kurzfristige Zahlungsfähigkeit zu prüfen beziehungsweise eine Zahlungsunfähigkeit auszuschließen. Sie helfen auch zu dokumentieren, dass das Unternehmen zukünftig in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen und keine drohende Zahlungsunfähigkeit besteht. Hierzu wird der Planungshorizont in der Regel auf einen Zeitraum bis zum Ende des folgenden Geschäftsjahres erweitert und eine Liquiditätsplanung auf Monatsbasis erstellt. Im Vergleich zur Kurzfristplanung fließen in deutlich höherem Maße prognostische Informationen in die Planungsrechnung ein. Im Hinblick auf die Aussagekraft der Liquiditätsplanung ist es von besonderer Bedeutung, diese systematisch mit der GuV- und Bilanzplanung zu verknüpfen (integrierter Planungsansatz) sowie tragfähige Planungsprämissen aufzustellen und diese nachvollziehbar zu dokumentieren.  

Liquiditätsmanagement

Die Ergebnisse der Liquiditätsplanung dienen häufig als Grundlage für die Ableitung von Maßnahmen. Temporären Unterdeckungen kann im Rahmen eines strukturierten Liquiditätsmanagements mit gezielten liquiditätsschöpfenden Maßnahmen begegnet werden. Hierunter kann das Management von Debitoren, Kreditoren und Beständen fallen, wie auch die Durchführung externer Finanzierungsmaßnahmen.

Wir schaffen Transparenz durch Erstellung beziehungsweise Validierung der Liquiditätsplanung, erarbeiten Vorschlägen für liquiditätsschöpfende Maßnahmen und begleiten deren Umsetzung.

Bei Interesse und für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner
 Dr. Rainer Doll Partner