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Zeit für die Kappung der Managergehälter!

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…so tönt es aktuell aus dem sozialdemokratischen und insbesondere dem linken politischen Lager. Und es wirkt so, als versuche „die Wirtschaft“ ihr Möglichstes, diese Forderung durch immer neue Fälle zu unterstützen.

Leuchtendes Beispiel in diesem Kontext scheinen die Fälle bei der Volkswagen AG zu sein:

Deren ehemaliger und im Zuge des Diesel-Gate entlassener Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn erhält laut Medienberichten seit Anfang dieses Jahres eine tägliche Rente von 3.100 Euro bzw. 93.000 Euro im Monat. Ende Januar dann die Meldung, dass die frühere Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt, die Volkswagen AG in Wolfsburg nach nur einem Jahr mit einer Abfindung von mehr als zwölf Millionen Euro verlässt.

Und jetzt, der politische Aufschrei, begleitet von entsprechendem Aktionismus.

Eine Forderung der SPD: Managergehälter über 500.000 Euro pro Jahr dürfen nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden. Klingt gut und sammelt Punkte bei den Wählern. Aber mal ehrlich: Ist es für einen Konzern mit Umsätzen im dreistelligen Milliardenbereich entscheidend, ob sich 10 Millionen Euro steuermindernd auswirken oder nicht? Wir sprechen hier über Promille-Beträge (des Umsatzes, gleichwohl kann einem schwindlig werden – das kleine Wortspiel sei an dieser Stelle erlaubt :-))! Ergänzend sei erwähnt, dass diese Vergütungsregelungen bei VW bisher zumindest immer die Zustimmung der SPD und der Gewerkschaften fanden. Aber, getreu dem CDU-Politiker Konrad Adenauer gilt dann wohl auch hier: Was schert mich mein Geschwätz bzw. Handeln von gestern? Gerne vergessen wird an dieser Stelle jedoch den Mittelstand: Macht ein Unternehmen nur 100 Millionen Euro Umsatz, so wirken sich die Effekte der fehlenden Steuerminderung gleich viel deutlicher aus!

Die Linke fordert zudem eine Begrenzung auf das Zwanzigfache des niedrigsten Gehalts im Unternehmen, Schäfer-Gümbel von der SPD das Achtfache des Durchschnittsgehalts. Um es plastisch zu machen: Wenn der Postbote bei Daimler 30.000 Euro im Jahr bekommt, dürfte der Vorstandsvorsitzende Zetsche bei einem Faktor von 20 künftig maximal 600.000 Euro verdienen. Zetsche hat 2015 aber 9,7 Millionen Euro bekommen, sein Gehalt würde demnach um 9 Millionen Euro gekürzt. Überträgt man das auf den Fußball, dann hieße das, dass ein Spieler wie Thomas Müller vom FC Bayern München nach der Linken nur noch 600.000 Euro im Jahr verdienen dürfte, denn der Platzwart bekommt ja nur 30.000 Euro im Jahr. Für diese Beträge Top-Leute zu bekommen, wird wohl schwierig…

Am Ende muss man doch aber wohl folgendes festhalten: Wenn Anstand und Moral als Basis eines wirtschaftlichen Handelns und der sozialen Marktwirtschaft nicht dazu führen, dass der Gier und einer Selbstbedienungsmentalität Einhalt geboten wird, so darf man sich am Ende nicht wundern, wenn der Gesetzgeber entsprechende Maßnahmen ergreift und es zu einer weiteren Entfernung zwischen den vermeintlichen Eliten und dem gemeinen Volk kommt.

Gleichwohl sollte sich doch auch der ein oder andere der vermeintlich Benachteiligten selbst an die Nase fassen, und sich die Frage stellen, ob er in derselben Situation wirklich anders gehandelt hätte bzw. nicht bei ähnlichen Themenstellungen primär den eigenen Vorteil gesucht hat. Vor der eigenen Haustüre kehren, im Glashaus mit Steinen werfen, Balken im eigenen Auge sehen, es gibt genügend Zitate, die sich darauf anwenden lassen.

In diesem Sinne, bleiben Sie – nicht nur, aber auch bei Gehaltsfragen - anständig und denken Sie an die Risiken und Nebenwirkungen, die ihre Entscheidungen haben können!

Bis bald

Ihr

Ingo Weber