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Wer wie was, wieso weshalb warum?

Blog -

„Der, die, das
Wer, wie, was
Wieso weshalb warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm.
1000 Tolle Sachen die gibt es überall zu sehen 
Manchmal muss man fragen um sie zu verstehen.“

Na, wer kennt es noch, das berühmte Lied aus der Sesamstraße (und sorry für den Ohrwurm, der Sie nun den restlichen Freitag begleiten wird)? Und eigentlich wäre damit mein Blog auch schon zu Ende, denn mit diesen paar Songzeilen ist schon alles zum heutigen Thema meines Blogs gesagt. Aber lassen Sie mich es dennoch ein bisschen ausführen:

Es geht mir heute um die Lösung von Problemen oder auf Beraterdeutsch „die Realisierung von Optimierungspotenzialen“. 

Ein sehr bekannter Ansatz hierzu ist die 5-Why-Methode oder auch 5-W-Methode. Dabei handelt ist sich um eine von Toyoda Sakichi erfundene Methode im Bereich des Qualitätsmanagements zur Ursache-Wirkung-Bestimmung. Ziel dieser Anwendung der fünf „Warum?“-Fragen ist es, eine Ursache für einen Defekt oder ein Problem zu bestimmen. Die Anzahl der Nachfragen ist nicht auf fünf begrenzt, diese Zahl ist symbolisch zu verstehen. Wichtig ist, dass so lange nachgehakt wird, bis der fehlerverursachende Prozessschritt eindeutig identifiziert und nicht mehr weiter aufteilbar ist. Dies lässt sich z. B. überprüfen, indem der Kausalzusammenhang umgekehrt formuliert wird.

Aber warum braucht es hierfür einen solch vermeintlich wissenschaftlichen Ansatz? Kennen wir es nicht von Kindern oder aus unserer eigenen Kindheit, dass andauernd unzählige Fragen gestellt werden? Aber was passiert dann im Laufe des Lebens? Fragen nerven früher oder später die Eltern und wir werden von Kindesbeinen an konditioniert keine Fragen zu stellen. Dies setzt sich in der Schule, Universität und im Berufsleben fort. Bestimmt haben Sie schon mal beobachtet, wie wenig Fragen von Studenten in Vorlesungen oder von Mitarbeitern in Town Hall Meetings gestellt werden. Dabei scheitert es häufig nicht an fehlender Neugier oder mangelndem Interesse. Im kleinen Kreis (und gerne in Kombination mit dem Genuss von alkoholischen Getränken) oder in der Anonymität, beispielsweise einer Onlinebefragung, kommen auf einmal tatsächlich zahlreiche Fragen auf. Schlussendlich fällt hier die Angst weg, dieses typisch menschliche Verhalten zu zeigen, das ansonsten aktiv und systematisch unterdrückt wird.

Gerade auch in Unternehmen ist dieses Phänomen häufig ausgeprägt. Wenn immer mehr und mehr Fragen gestellt werden, auf die es womöglich keine Antwort gibt, drängt sich meist der Eindruck auf, dass der Vorgesetzte den Laden eventuell gar nicht im Griff hat. Dies ist bei Unternehmen umso tragischer als dass Innovationen und damit auch das anhaltend kritische Hinterfragen des Status Quo, immens wichtig für die nachhaltige Unternehmensentwicklung sind.

Aber was können Unternehmen tun, um eine Fragenkultur zu etablieren? Im ersten Schritt ist eine grundsätzliche Fragenkultur zu schaffen. Nicht gleich die Antwort auf eine Problemstellung präsentieren (dies ist falsch verstandener Pragmatismus und kann genau das Gegenteil bewirken!), sondern erst einmal das Problem kritisch hinterfragen und analysieren. Des Weiteren dürfen Mitarbeiter keine Angst haben, Fragen zu stellen und konsequent nach der Wahrheit zu suchen. Natürlich setzt dies bei Führungskräften eine Offenheit voraus, in dem sie Demut, Verletzlichkeit und Vertrauen zeigen und die anderen auch machen lassen und sie fair behandeln. Abschließend und ebenfalls elementar ist die stringente Fortentwicklung bis hin zur Lösung der Fragen. Denn am Ende ist es nicht nur damit getan, die (richtigen) Fragen zu stellen, diese müssen auch zu Lösungen führen und umgesetzt werden. Unbefriedigend ist hier der berühmte schwäbische Bruddler, der zwar stetig hinterfragt, aber es dann nicht löst oder zumindest nachhält.

In diesem Sinne: Haben Sie aus dem Artikel einen Impuls mitgenommen? Werden Sie denn zukünftig auch mehr Fragen stellen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut Fragen zu stellen? Werden Sie auch andere ermutigen Fragen zu stellen und was können Sie tun, dass mehr Fragen gestellt werden? Werden Sie mir zum Blog Feedback geben und warum er Ihnen gefallen hat? :-) 

Bis bald

Ihr 

Ingo Weber