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Was macht denn eigentlich IFRS?

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Was machen Sie denn eigentlich, wenn alle IFRS Conversions durch sind?

Diese oder ähnlich gelagerte Fragen bekomme ich recht regelmäßig gestellt. Grundsätzlich auch gar nicht so aus der Luft gegriffen. In der Anfangszeit der FAS AG war ein Großteil unserer Tätigkeit die Umstellung auf (damals noch) IAS, heute IFRS, und US GAAP sowie Seminare über unsere Tochtergesellschaft Akademie für Internationale Rechnungslegung. Der große Schwung der IAS/IFRS-Umstellungen war in den Jahren 2003 bis 2007 auf Grund der Verpflichtung von börsennotierten Unternehmen bis 2005 (bzw. bei lediglich börsennotierten Fremdkapitalpapieren bis 2007). Damit war die Arbeit für die meisten Unternehmen aber noch nicht erledigt. Zum einen gab (und gibt es noch immer) zahlreiche Optimierungsthemen nach der erfolgten Umstellung auf IFRS. Parallele Bilanzierung in den ERP-Systemen, Fast Close-Optimierungen, IFRS-Rollout etc. etc. Diese sind bei vielen Unternehmen inzwischen erfolgt, teilweise jedoch immer noch nicht.

Eine Erkenntnis in diesem Kontext ist im Übrigen, dass viele Bilanzierungshandbücher zuletzt 2005 umfassend angepasst bzw. nach IAS/IFRS neu erstellt wurden. Damals eher sehr theorielastig (Korrekturvorschlag von Word an dieser Stelle: Theorie lästig ;)) und mit wenigen Beispielen und konkretem Unternehmensbezug. Dies hat zur Folge, dass sich doch immer mehr Unternehmen nach 10 (!) Jahren daran machen, ihre Accounting Manuals umfassend zu überarbeiten, das copy & paste aus den Standards auf ein Minimum zu reduzieren (wenn da nicht der Abschlussprüfer wäre…) und um Praxisfälle aus dem jeweiligen Unternehmen zusätzlich unterlegt mit Rechenbeispielen, Buchungssätzen und sogar Kontierungsvorgaben anzureichern.

Zum anderen gab und gibt es immer wieder neue Standards, die in der Bilanzierung entsprechende Berücksichtigung finden müssen. Aktuell seien genannt IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden mit den Anpassungen bei der Umsatzrealisierung von zahlreichen Unternehmen, der neue IFRS-Standard zur Leasingbilanzierung, der dazu führt, dass nahezu alle Leasingverhältnisse zukünftig auf die Bilanz kommen (IFRS 16? Gerade festgestellt, dass die Domain IFRS16.com noch frei ist – jetzt nicht mehr ;)) oder insbesondere für Finanzdienstleistungsunternehmen, IFRS 9. Hier laufen aktuell die ersten Projekte bereits an und es wird für den ein oder anderen doch aufwändiger werden als gedacht oder erhofft.

Für uns als FAS AG gibt es und wird es  auch  zukünftig weitere initiale IFRS-Umstellungen geben. Dies einerseits bei Börsengängen (u. a. an dieser Stelle genannt der von uns begleite IPO inkl. IFRS-Conversion von windeln.de und der geplante Börsengang der Chorus-Gruppe), andererseits aber auch im Rahmen von Akquisitionen von mittelständischen Unternehmen durch (IFRS-bilanzierende) Großkonzerne. Wobei sich die Tätigkeit im Gegensatz zu den anfänglichen IFRS Conversions mehr in Richtung Coaching oder Umsetzungsunterstützung und weniger Konzeption verschoben hat.

Nichts desto trotz ist der Anteil von IFRS im Rahmen unserer Tätigkeit inzwischen deutlich geringer geworden. Immer mehr Anteil finden Prozessoptimierungen wie Fast Close, IKS oder Planungsoptimierungen als auch Bewertungs- und Transaktionsunterstützungen wie Due Diligences oder Purchase Price Allocations. Und hier, das ist sicher, gibt es noch ein deutliches Wachstumspotenzial für die FAS AG – auch wenn „alle“ IFRS-Umstellungen wirklich einmal durch sein sollten. Dies wäre im Übrigen auch die richtige Antwort auf die Eingangsfrage.

In diesem Sinne bleiben Sie up to date mit IFRS, sie werden auch in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen!

Bis bald

Ihr

Ingo Weber