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„Warum es Sinn macht eine Haushaltshilfe zu haben und regelmäßig Essen zu gehen“

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Die Grundlage für die moderne Wirtschaft ist die Arbeitsteilung, erstmals beschrieben durch Adam Smith im ersten Kapitel seines 1776 erschienenen Werks „The Wealth of Nations“. Die Arbeitsteilung führt zu Tausch. Je höher der Handel, desto mehr spricht für eine hoch entwickelte Arbeitsteilung. Weitet man die Arbeitsteilung von nationaler auf internationale Ebene aus, so bringt sie insgesamt noch bessere Ergebnisse. Das Grundkonzept der Arbeitsteilung besagt, dass jeder sich auf die Produktion von Gütern oder Dienstleistung spezialisiert, die er aus ökonomischer Sicht am besten kann, will heißen zu den geringsten Produktionskosten.

Dies ist auch der Kern der Globalisierung, bei der sich weltweit Märkte herausbilden, auf denen Güter und Dienstleistungen gehandelt, Investitionen getätigt, Technologien übertragen und Informationen ausgetauscht werden. Die internationale Arbeitsteilung ermöglicht es den einzelnen Ländern, ihre unterschiedlichen Stärken zu nutzen und damit Einkommensgewinne zu erzielen. Durch diese sogenannte Globalisierung werden Entwicklungsländer befähigt, sich auf die Herstellung i. d. R. arbeitsintensiver Produkte wie zum Beispoel Kleidung oder Schuhe zu spezialisieren und damit die Löhne zu erhöhen. Empirisch erwiesen ist, dass sich Länder, die sich wirtschaftlich öffnen, historisch meist ein höheres Wachstum erzielt und die Armut stärker reduziert haben, als abgeschottete Länder. So viel im Übrigen zur aktuellen Diskussion um den Aufbau von Handelsbarrieren zum Beispiel durch Zölle und der daraus drohenden weltwirtschaftlichen Komponenten.

Aber was hat nun die Haushaltshilfe mit der Schuhproduktion in Kambodscha zu tun? Nun, sehr, sehr viel. Denn auch hier sprechen wir von Arbeitsteilung, wenn auch auf sehr kleiner Ebene. Generell hätte ich die Vermutung, dass die Haushaltshilfe die Dinge im Haushalt im Zweifelsfall besser erledigen kann als sie selbst, löbliche haushaltsversierte Ausnahmen, zu denen der Autor offensichtlich nicht gehört, natürlich außen vor. Auch wäre meine Annahme, dass Ihr Verdienst (zumindest bei regulären Vergütungsmechanismen) höher ist als der Preis für die Haushaltsdienstleistung. Das heißt rein ökonomisch (!) macht es – zumindest in der Theorie – Sinn, dass Sie lieber noch mehr Arbeiten (soweit sich hierdurch Ihr Einkommen natürlich dadurch auch entsprechend erhöht) oder Sie eine andere Tätigkeit in der durch die Haushaltshilfe gewonnen freien Zeit übernehmen, die auf Grund Ihrer Qualifikation wiederum höher vergütet wird. Bei dieser ökonomischen Theorie bleiben natürlich weiche Faktoren wie Spaß bei der Haushaltsarbeit (ich sage nur: Queen „I want to break free“ und nehme gerne das „Danke“ für die jetzt entstandenen Bilder im Kopf entgegen), sportliche Betätigung durch Haushaltsarbeit und Aggressionsbewältigung sowie einfach mal etwas anderes zu tun außen vor. Eine ähnliche Argumentation hätte ich übrigens auch für das Auswärtsessen parat.

Bei einer Vollkostenbetrachtung ist vermutlich Ihr Essen zuhause, mit den deutlich höheren Materialkosten im Vergleich zum Restaurant und den einzubeziehenden Personalkosten für den Einkauf und die Produktion, deutlich teuer als in einem Restaurant, soweit Sie sich denn den teuren Rotwein auf der Speisekarte verkneifen können. Auch hier sind natürlich die sonstigen Faktoren, die für Kochen zuhause sprechen, wie Spaß beim Einkaufen von frischen Produkten und deren Zubereitung, Zeit mit Freunden in der Küche außen vor.

Wenn Sie das Ganze für sich noch weiter quantitativ hinterlegen wollen, dann empfehle ich Ihnen den folgenden Link: https://programs.clearerthinking.org/what_is_your_time_really_worth_to_you.html#.XQeVJtHV73g.

Hiermit können Sie den Wert einer Stunde Ihrer Lebenszeit berechnen (und damit dann auch zu der Schlussfolgerung kommen, warum es keinen Sinn macht, eine halbe Stunde mit dem Auto zu fahren, um € 5 beim Tanken zu sparen…).

In diesem Sinne, machen Sie sich auch Gedanken über die Ökonomie Ihres privaten Handelns. Manchmal machen make-or-buy-Überlegungen auch im Privaten durchaus Sinn.

Ihr

Ingo Weber

P.S.: Keine Sorge, auch ich entscheide privat nicht rein ökonomisch und habe Spaß im Leben ;)