Kontakt

Urlaub wird zukünftig einfacher!

Blog -

Generell wird der Urlaub dieses Jahr ja etwas komplizierter. Durch die latente Terrorsorge und der damit einhergehenden Angst vor dem Fliegen, scheiden für den ein oder anderen Distanzreisen dieses Jahr aus. Es verbleiben die per Auto (oder Bahn, oder Fahrer, oder Pedes) erreichbaren Ziele. Hinzu kommen erschwerend noch singuläre Probleme in zahlreichen Urlaubsländern, namentlich genannt seien die Türkei (Erdogan) und Griechenland (Flüchtlinge).

Unabhängig vom Urlaubsziel, ist es für den Bilanzierer grundsätzlich schwierig Urlaub zu nehmen. Erst der Jahresabschluss, dann der Abschluss für das erste Quartal, die Hauptversammlung, der Halbjahresabschluss und dann ist auch schon Mitte August. Soweit man dann noch schulpflichtige Kinder hat, bleiben nahezu nur noch die letzten Augustwochen (außer man wird natürlich mit dem Halbjahresabschluss schnell genug fertig, um diesen schon Ende Juli zu veröffentlichen).

Nun, zumindest dieser zeitliche Schmerz sollte zukünftig gelindert werden!

So hatte die Frankfurter Wertpapierbörse bereits ein Einsehen und die Berichterstattung im deutschen Prime Standard bereits vereinfacht. Seit Anfang dieses Jahres müssen Unternehmen, die im Prime Standard gelistet sind, für das erste und dritte Quartal nur noch eine Mitteilung in Form einer beschreibenden Darstellung veröffentlichen. Sowohl Bilanz als auch Gewinn- und Verlustrechnung sind kein Muss mehr. Die Unternehmen können jedoch freiwillig Finanzdaten liefern. Firmen im General Standard, für den ohnehin weniger strenge Veröffentlichungspflichten gelten, müssen keinerlei Quartalsmitteilung vorlegen. Einer Studie für das erste Quartal 2016, unter anderem von der Kirchhof Consult AG, kommt zu dem Ergebnis, dass der Gesamtumfang der Quartalsberichte indexübergreifend um etwa 27 Prozent reduziert wurde – von durchschnittlich 41 Seiten auf 30 Seiten.

Aber es kommt noch besser:

Eine von JPMorgan Chase-Chef Jamie Dimon angeführte Allianz US-amerikanischer Investoren und Unternehmenschefs will die Finanzberichterstattung der Konzerne langfristiger ausrichten. Nach einjährigen Beratungen veröffentlichten sie am Donnerstag neue Richtlinien guter Unternehmensführung. Darin sprechen sie sich gegen vierteljährliche Gewinnprognosen aus. Immer nur das Erreichen kurzfristiger Ziele in den Vordergrund zu stellen, sei oft kontraproduktiv für den langfristigen Unternehmenserfolg, heißt es in den Richtlinien. Die Unternehmen sollten sich nicht verpflichtet fühlen, diese Prognosen abzugeben, wenn sie den Aktionären keine Vorteile verschafften. Damit solle die Berichterstattung am Finanzmarkt entschleunigt und durch einen angestrebten gemeinsamen Bilanzierungsstandard auch transparenter für Anleger werden.

Man hört und staunt. Sollte womöglich so langsam Vernunft in die inzwischen von Spekulanten und Algo-Trader geprägte Welt einziehen? Dies wäre zumindest aus Unternehmenssicht erfreulich. Und den Mitarbeitern im Rechnungswesen können die Arbeitsplatzängste vermutlich auch gleich genommen werden. Für die interne Steuerung werden zeitnahe Informationen auch weiterhin wichtig sein und auch zukünftig erhalten bleiben.

Ich selbst darf mich auch so langsam in den Urlaub verabschieden und wir lesen uns hoffentlich gut erholt im September wieder.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Urlaub, genießen Sie die Zeit und kommen Sie gut erholt wieder.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber