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Und täglich grüßt das Murmeltier…

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…das ist nicht nur unsere Wahrnehmung zum geplanten neuen Standard für die Leasingbilanzierung, sondern auch die Möglichkeit, unserem Leasing-Guru, Dr. Peter Adolph, ein gequältes Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Nahezu ein Jahrzehnt ist es her, dass die ersten Diskussionen hinsichtlich der Neuregelung der Leasingbilanzierung aufkamen und eine Erneuerung eines der ältesten IAS-Standards, dem IAS 17 Leasingverträge, angeregt wurde. Hintergrund der Kritik war, dass auf Basis der Vorgaben des IAS 17 und dessen Aufteilung der Leasingverträge in Operate Lease (off balance) und Finance Lease (on balance), es einen erheblichen Gestaltungsspielraum gab. Dieser führte dazu, dass ein Großteil der Leasingverträge so ausgestaltet wurde, dass diese die Kriterien für einen Finance Lease nicht erfüllten und somit der Leasinggegenstand nicht in der Bilanz des Leasingnehmers zu zeigen war. Hieraus resultiert auch das inzwischen fast schon legendäre Zitat des ehemaligen Chairman des IASB, Sir David P. Tweedie, er möchte doch einmal in einem Flugzeug sitzen, das auch in der Bilanz der Airline enthalten ist.

Einen ersten offiziellen Versuch einer Neuregelung gab es mit der Veröffentlichung des (ersten) Exposure Draft im August 2010 (ED1). Nach heftigen Gegenreaktionen im Rahmen der Kommentierungen wurde dieser vollständig überarbeitet und im Mai 2013 dann der Re-Exposure Draft (ED2) veröffentlicht. Dieser sah vor, dass nahezu alle Leasingverträge in die Bilanz der Leasingnehmer aufzunehmen wären. In der Folgebilanzierung war dann eine Aufteilung in sogenannte Type A und Type B Leasingverträge vorgesehen, mit Kriterien, die den bisherigen Kriterien hinsichtlich Operating und Finance Lease ähnelten. Während der gesamten Überarbeitung gab es hitzige Diskussionen und es war lange Zeit unsicher, ob die Neuregelung nun kommt. Auch verabschiedeten sich IASB und FASB aus diesem gemeinsamen Teil des Konvergenzprojektes und gingen hinsichtlich der neuen Leasingbilanzierung teilweise getrennte Wege.

Nun aber ist es wohl sicher: Der neue Leasingstandard kommt! Im Rahmen des IASB-Meetings am 17. März 2015  wurde beschlossen, dass alle zwingenden und nicht zwingenden Schritte für die Entwicklung eines Standards erfolgt sind und es keines erneuten Exposure Drafts bedarf. Die Gründe hierfür sind, dass alle Änderungen gegenüber dem ED2 in diesem bereits vorgeschlagen waren, die Änderungen einer Beibehaltung der bisherigen (Leasinggeber-) Bilanzierung entsprechen oder es sich lediglich um Vereinfachungen und Klarstellungen handelt. Dem stimmten alle IASB-Mitglieder zu. Auch stimmten alle, bis auf ein Mitglied, dafür, den neuen Leasingstandard zu veröffentlichen. Der Erstanwendungszeitpunkt ist aktuell noch nicht ganz sicher, voraussichtlich jedoch nicht vor dem 1. Januar 2018. Zusätzlich wurden am 16. März  2015 vom IASB Unterlagen für die praktischen Auswirkungen der neuen Leasingbilanzierung veröffentlicht.

Mit unserer FAS LeaseBOX und unseren Workshops zur neuen Leasingbilanzierung stehen wir als FAS AG bereits seit längerem (das Murmeltier lässt grüßen) in den Startlöchern und freuen uns darauf, unsere Mandanten bei der Vorbereitung auf die neue Leasingbilanzierung unterstützen zu dürfen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie nicht zu oft von Murmeltieren gegrüßt werden und Ihre Projekte zügig zum Erfolg führen!

Bis bald

Ihr

Ingo Weber