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Über das Glücklichsein

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Aktuell habe ich offensichtlich meine Glücksphase :-). Da ist es doch umso erfreulicher, dass der neue Glücksatlas der Deutschen Post da ist. Und die Ergebnisse sind doch auf den ersten Blick recht erstaunlich:

Spitzenreiter unter den deutschen Regionen ist in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge Schleswig-Holstein, das seine Führung auf 7,41 Punkte ausbauen konnte. Franken belegt erstmals den zweiten Platz (7,22 Punkte), knapp dahinter folgen Niedersachsen/Nordsee (7,22) und Baden (7,21), Hessen (7,20) und Hamburg (7,20). Die ostdeutschen Regionen konnten sich zwar verbessern – am stärksten Thüringen (6,94), das mit 0,14 Punkten den größten Zufriedenheitsgewinn verbuchte und damit die ostdeutschen Länder anführt – stehen aber weiterhin am Ende des Rankings. Berlin (6,85) sackt auf Platz 14 ab, Sachsen (6,88) hält den 15. Platz. Auch Brandenburg (6,80) ist nicht ganz so happy. Letzter ist Mecklenburg-Vorpommern (6,77 Punkte), knapp hinter Sachsen-Anhalt (6,78 Punkte). Die Region Bayern-Süd liegt mit 7,17 Punkten hinter der Region Franken mit 7,22 und Württemberg liegt mit 7,15 Punkten noch hinter den Bayern und den Badenern. Auch die Region Düsseldorf (7,09 Punkte) liegt hinter Westfalen (7,12 Punkte). Ob dies etwas damit zu tun hat, welche Vereine aktuell in der ersten Fußballbundesliga vertreten sind?

Auf den ersten Blick ist das Ergebnis ein bisschen irritierend. Lassen wir mal Ostdeutschland außen vor, um uns nicht in ein politisches Minenfeld aus Unzufriedenheit und politischer Stimmung zu begeben (was ich mit diesem Satz eigentlich schon getan habe…). Die zumindest vermeintlich wirtschaftlich prosperierenden Regionen liegen tendenziell hinter den etwas schwächeren. Bayern hinter Franken, Württemberg hinter Baden, Düsseldorf hinter Westfalen. Und an der wirtschaftlich eher schwachen Küste ist man ebenfalls glücklicher als die industriell starken süddeutschen Gefilde. Über die genauen Ursachen lässt sich der Glücksatlas leider eher weniger aus. Eher zum Thema Toleranz. 38 Prozent der Befragten, die sich als „besonders tolerant“ bezeichnen, geben auf der Zufriedenheitsskala (0 bis 10) die höchsten Werte neun oder zehn an, während lediglich 16 Prozent der „wenig toleranten“ Gruppe die höchsten Zufriedenheitswerte erzielen. Eine Schlüsselerklärung ist der persönliche Kontakt. Und auch der Zustand der Familie sowie die Wohnsituation machen glücklich.

Nimmt man jedoch eine Studie aus den USA, so hat diese festgestellt, dass ein Einkommen von 75.000 Dollar im Jahr am glücklichsten macht. Noch mehr Geld macht das Leben nicht mehr besser – ein hervorragendes Argument für die nächste Gehaltsverhandlung im Übrigen. Aber – Ironie aus, Ernsthaftigkeit an – ist dies vielleicht wirklich auch der Grund für die zuvor genannten Unterschiede zwischen den vermeintlich erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Regionen? Man könnte diesen Schluss fast ziehen. Mehr Geld, mehr Sorgen, platt geschrieben. Nicht umsonst gibt es das Zitat: „Geld allein macht nicht glücklich“; (gerne allerdings auch abgewandelt in „Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt“ oder um mit Marcel Reich-Ranicki zu sprechen „Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn“ oder um es mit Danny Kaye in Richtung Ironie zu ziehen „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.“). Ergänzend sei erwähnt, dass der Kampf um den Wohnraum im Süden Deutschlands sicherlich auch ein Faktor ist, denn hier haben die Mieten und Immobilienkaufpreise, im Vergleich zum Norden, ebenfalls deutlich stärker angezogen.

In diesem Sinne, definieren Sie Glücklichsein nicht nur über die finanzielle Situation, sondern überlegen Sie welche Einflussfaktoren Ihr ganz persönliches Glück bestimmen.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber