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Systemgestützte Liquiditätsplanung als Teil der Risikoprävention für ein integriertes Cash Management

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Unabhängig von der Unternehmensgröße zeigt sich gerade in Krisenzeiten, wie wichtig eine belastbare Planung der liquiden Mittel ist. Nur wenn Schwankungen und insbesondere größere Einschnitte in die Liquidität frühzeitig erkennbar sind, können Gegenmaßnahmen eingeleitet und der Unternehmenserfolg langfristig sichergestellt werden.

Tatsächlich führen integrierte Cash-Flow-Betrachtungen in den Enterprise Resource Planning und Corporate Performance Management Systemen (ERP- und CPMSystemen) im Gegensatz zur Überwachung der Profitabilität (im Sinne einer GuV-Sicht) häufig ein Schattendasein und sind – wenn überhaupt – meist außerhalb der Finanzsysteme, z.B. in MS Excel, zu finden. Ein integriertes, systemgestütztes und damit weitestgehend automatisiertes Liquiditätsreporting kann dagegen auch bei kurzfristigen negativen Veränderungen der Liquidität (z.B. verursacht durch die Verschiebung von Aufträgen oder den Ausfall von Forderungen) verlässliche Daten für das Cash Management bereitstellen. Unternehmen sollten daher die Einführung eines integrierten Liquiditätsreportings in ihren ERP- und CPM-Systemen zwingend auf ihrer Roadmap haben.

Für die Liquiditäts- bzw. Cash-Flow-Planung stehen grundsätzlich zwei Methoden zur Verfügung: die direkte und die indirekte Methode. Für die Praxis empfiehlt sich eine kombinierte Lösung aus beiden Methoden, abhängig von den zu betrachtenden Planhorizonten.

Die direkte Methode basiert auf den erwarteten Zahlungsströmen, wie z. B. Fälligkeitslisten, Zahlungsplänen und Zahlungsobligos, die in der Regel in den ERP- und CPM-Systemen verfügbar gemacht werden können und die sich bei Verschiebungen tagesaktuell durch die Systeme ziehen. Die Nutzung dieser Daten ist insbesondere für die kurz- und mittelfristige Planung die verlässlichste Quelle.

Auf Grund des jedoch zeitlich begrenzten Horizonts der Grunddaten empfiehlt sich für die langfristige und übergeordnete Liquiditätssicht ein Übergang auf die indirekte Cash-Flow-Planung. Diese basiert auf der prognostizierten Erfolgsrechnung und Planbilanz. Entscheidend ist dabei, dass sich die Planungsmethodik konzeptionell unmittelbar am Geschäftsmodell des Unternehmens orientiert. Während die Liquiditätsplanung im Maschinen- und Anlagenbau z.T. stark von Anzahlungen geprägt ist und weitgehend losgelöst von der Gewinn- und Verlustrechnung und Umsatzlegung betrachtet werden muss, sind im Handel häufig Saisonalitäten und Szenarioverläufe zu berücksichtigen. Über die Einführung unterschiedlicher zeitlicher und inhaltlicher Planungsgranularitäten sowie rollierender Planungs- und Reviewprozesse kann die Planungsqualität weiter gesteigert werden.

Für einen effizienten Liquiditätsplanungsprozess stehen in der Regel eine ganze Reihe an potentiellen systemgestützten Lösungen zur Verfügung, deren Einsatz individuell evaluiert werden muss. So lassen sich z.B. im SAP ERP durch die Nutzung des SAP Cash Managements über eine Zuordnung der cash-relevanten Konten effiziente Analysen für die kurz- und mittelfristige Liquiditätsprognose erstellen. Die Nutzung von BI- (Business Intelligence) und BW- (Business Warehouse) Anwendungen ermöglicht zudem benutzerfreundliche Analyse-, Planungs- und Reporting-Frontends sowie das Archivieren von Planversionen. Für ein unternehmensübergreifendes automatisiertes Cash-Reporting können CPM-Systeme zudem bei der Erstellung konsolidierter Liquiditätsplanungssichten unterstützen.

Im Vorfeld der Implementierung einer systemgestützten Liquiditätsplanung ist es empfehlenswert, zunächst ein klares Bild über die Ausgangssituation und das angestrebte Zielbild zu erhalten. Neben der Analyse der Prozesse und Abwägung der potentiellen IT-Unterstützung ist ein klares Verständnis des Geschäftsmodells für die Planungsmethodik und die Erstellung eines Gesamtkonzepts unabdingbar. Im Rahmen des Aufbaus der Liquiditätsplanung und für ein integriertes Cash Management ist darüber hinaus die Bildung eines interdisziplinären Teams aus Rechnungswesen, Controlling, Treasury sowie Einkauf und Vertrieb zu empfehlen. Ein so verankertes Zusammenspiel aus Organisation, Prozessen, Methodik und IT-Einsatz kann insbesondere in Krisensituationen maßgeblich zur Stabilität des Unternehmens beitragen.

Die FAS AG unterstützt Unternehmen umfassend und kompetent beim Aufbau einer systemgestützten Liquiditätsplanung für ein integriertes Cash Management.

Autoren: Jenifer Brandao Martins und Sebastian Braun