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Sommer, Sonne, Sonnenschein

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Wir haben die heißeste Woche des Jahres in Deutschland mit bis zu 37 Grad und Sonne satt. Was will man mehr (außer natürlich die Füße im Wasser hängen und einen kühlen Drink in der Hand)? Ein Blogbeitrag mit schwerer Kost wäre nun wahrlich unangemessen und würde vermutlich nur zu potenziellen zusätzlichen Schweißausbrüchen führen.

Insofern: Die Sommerferien stehen an. Also eigentlich nur noch für diejenigen aus Bayern und Baden-Württemberg. Für die meisten anderen Bundesländer neigen sie sich so langsam, aber sicher auch schon dem Ende zu. Eigentlich unfair – während die einen schon wieder in der Schule büffeln oder am Schreibtisch arbeiten, dürfen die anderen noch die freie Zeit genießen. Das könnte man schon denken, wobei es mir persönlich auch lieber ist später dran zu sein, als danach die Anderen beim Genuss beobachten zu müssen. Eine ähnliche Situation entsteht im Übrigen auch beim Essen in einer Gruppe, wenn die Gerichte ungeschickter Weise nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt kommen. Einer sitzt vor dem (schon) leeren Teller, wohingegen der andere noch seinen herrlich duftenden Rostbraten genießt. Welcher Typ sind Sie? Der generelle Gönnertyp vielleicht?

Aber woher kommen eigentlich die unterschiedlichen Sommerferientermine? Das liegt am deutschen Föderalismus und funktioniert nach dem rotierenden Prinzip: Mal fängt der eine früher an, mal der andere. Beschlossen wurde dies 1964 mit dem „Hamburger Abkommen“. Es soll den Ländern von Jahr zu Jahr einen Ausgleich zwischen günstigen und weniger günstigen Sommerferienterminen bieten. Zudem soll es mit diesem System weniger Staus geben, weil nicht alle gleichzeitig mit vollgepackten Autos auf den Straßen Richtung Süden fahren. 

Der aufmerksame Sommerferienterminbeobachter wird jetzt allerdings kritisch einwerfen: Warum sind die Bayern und Baden-Württemberger (der Norddeutsche würde auch „Schwaben“ sagen und damit die Badener unterschlagen!) immer als letztes dran? Nun, hier lohnt sich – wie so häufig – ein Blick in die Geschichte: Süddeutschland war zum Zeitpunkt des „Hamburger Abkommens“ von Landwirtschaft geprägt und im Übrigen auch der deutlich ärmere Teil Deutschlands (so ändern sich die Zeiten…). Die Kinder durften/mussten daher im Spätsommer noch bei der Ernte helfen (pfui Kinderarbeit, so ändern sich die Zeiten…). Heute wird damit argumentiert, dass beide Bundesländer Pfingstferien haben und zwischen diesen und den Sommerferien genügend Unterrichtszeit liegen müsse.

In diesem Sinne, ab in den Süden – gönnen Sie sich und insbesondere auch den Anderen ruhig Ihren Urlaub, ob früher oder später in der Ferienzeit ist egal. Aber vor allem denken Sie auch mal daran, dass nicht alles immer so war wie es ist und auch so bleiben wird. 

Bis bald

Ihr 

Ingo Weber