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OPM

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Heute einmal eine kurze Überschrift.

Aber was ist denn OPM? Google liefert hier ein paar Lösungen:

  • Original People‘s Mind, eine „original minded street fashion Brand” (was auch immer das bedeuten soll, persönlich finde ich sie nicht so toll)
  • OPM, eine kalifornische Band mit einer Mischung aus Hip-Hop, Pop und Reggae (kann man anhören, wenn man die Richtung mag: „Heaven is a Halfpipe“)
  • Office of Personnel Management, eine amerikanische Behörde mit der Mission “Recruit, Retain and Honor a World-Class Workforce to Serve the American People.” (WOW!).

Sie ahnen es sicherlich schon, es ist natürlich keines dieser drei.

Aber was dann?

OPM war ein geflügeltes Wort zu den Neuen Markt-Zeiten: Other People’s Money. Es war der überschwängliche, leichtsinnige und wenig nachhaltige Umgang mit dem Geld anderer Leute, welches die Unternehmen in hoch bewerteten Venture Capital-Runden (gerne mit staatlicher KfW-Dopplung) oder noch höher bewerteten Börsengängen eingesammelt hatten. Verwendungszweck war, wahlweise oder gerne auch kumuliert, möglichst spektakuläre Marketingmaßnahmen (mit eingeschränktem Erfolg), tolle Partys für Mitarbeiter, Freunde des Hauses und Kunden (soweit es die überhaupt gab) und die Auslandsexpansion, vorzugsweise nach Amerika, denn in Kalifornien regnet es ja nie.

Aber wie komme ich jetzt darauf? Nun, der Auslöser des Gedankens war das unsägliche Griechenland-Drama, das nun wirklich niemand mehr hören oder lesen kann, aber immerhin dazu taugt, beim Business Small Talk nicht als letzte Ausflucht über das Wetter reden zu müssen (an dieser Stelle entschuldige ich mich bereits jetzt bei meinen Gesprächspartnern, mit denen ich über Griechenland sprach oder spreche, persönlich finde ich es WIRKLICH spannend). Auch hier hat man jedenfalls den Eindruck, dass es sich auf Kosten von anderen Leuten sehr gut leben lässt. Dies gilt vermutlich inzwischen (!) weniger für das griechische Volk, als die kleptokratische vermeintliche griechische Elite, aber es spiegelt zumindest auf den ersten Eindruck auch die Einstellung der derzeitigen sozialistischen Regierung wieder. Oder, um mit Margaret Thatcher, der ehemaligen britischen Premierministerin („Eiserne Lady“), zu sprechen: „The problem with socialism is that eventually you run out of other people's money [to spend]." – OPM!

Lassen Sie uns doch aber weiterdenken. Gibt es nicht OPM an viel mehr Stellen? Lässt sich in (Ihrem?) Unternehmen nicht viel leichter (vielleicht?) das Geld ausgeben, wenn es nicht das eigene ist? Hier eine schöne Marketingkampagne, da ein schickes Firmenfahrzeug, eine kleine innovative Akquisition vielleicht oder doch Renovierung oder Neubau von repräsentativen Verwaltungsgebäuden? Sicher, es wird versucht dies durch Incentivierungssysteme, Business Cases, Investitionsanträge und Freigabeprozesse in geordnete Kanäle zu lenken. Einmal abgesehen davon, dass ich persönlich bisher noch nie einen Investitionsantrag gesehen habe, der nicht die geforderte Mindestrendite erbringt, stellt sich die Frage, ob dies der Weisheit letzter Schluss ist? Muss nicht an der grundsätzlichen Einstellung gearbeitet werden, an der Firmenkultur und dem gemeinsamen Verständnis? Ist es wirklich notwendig, alles exakt vorzugeben (Stichwort: Reisekostenrichtlinien), was dann doch immer wieder zu Ausweichreaktionen führt? Oder reicht es nicht, mit entsprechender Führung (!) an den gesunden Menschenverstand zu appellieren, mit der Frage, ob man diese Ausgabe auch tätigen würde, wäre es das eigene Geld oder eine private Reise. Es bleibt zu hoffen.

Wenn Sie mögen, können Sie nun die OPM-Diskussion auch auf der privaten Ebene fortsetzen („Kreditkarte“), aber ich selbst halte mich an dieser Stelle lieber zurück. ;)

In diesem Sinne denken Sie bei Ihren nächsten (geschäftlichen) Ausgaben auch an OPM und hören Sie bei Gelegenheit zur Entspannung auch mal bei der Band rein.

Bis bald

Ihr
Ingo Weber