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Maßnahmenpaket der Bundesregierung

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Die Bundesregierung hat am 27. März 2020 im Zuge der Corona-Epidemie ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, um die Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu begrenzen.

Ein Teil dieser Maßnahmen ist die Sicherung der Liquidität von Unternehmen durch eine vereinfachte, beschleunigte und ausgeweitete Vergabe von KfW- und ERP-Krediten (KfW-Sonderprogramm 2020).

Die Vergabe der Hilfsmittel orientiert sich an der Größe und Bestandsdauer Ihres Unternehmens. Kleine Unternehmen (bis zu 50 Beschäftige und Jahresbilanzsumme bis zu 10 Millionen Euro), die vor weniger als 5 Jahren gegründet wurden, können einen ERP-Gründerkredit Startgeld über Ihre Hausbank beantragen.

Der Höchstbetrag dieser Kredite beläuft sich auf 30.000 Euro für Betriebsmittel (Gesamtfremdkapitalbedarf maximal 100.000 Euro). Die Laufzeit beträgt maximal 10 Jahre, wovon die ersten beiden Jahre tilgungsfrei sind. Ihre Hausbank erhält von der KfW eine Haftungsfreistellung von 80% auf den Finanzierungsbetrag.

Daneben steht der ERP-Gründerkredit - Universell nun Unternehmen jeder Größenordnung zur Verfügung (bisher nur größeren mittelständischen Unternehmen) die weniger als 5 Jahre bestehen. Dieser ermöglicht die Aufnahme von Finanzierungsmitteln für Investitionen und Betriebsmittel bis zu einem Höchstbetrag von 1 Milliarde Euro je Unternehmensgruppe. Begrenzt sind diese Kredite jedoch auf maximal 25% des Jahresumsatzes des beantragenden Unternehmens oder den aktuellen Liquiditätsbedarf der kommenden 18 Monate (12 Monate für große Unternehmen) oder das doppelte der Lohnkosten für das Geschäftsjahr 2019. Bei Krediten über 25 Millionen Euro ist der Förderbetrag zusätzlich auf 50% der Gesamtverschuldung begrenzt.

Für kleinere und mittlere Unternehmen (bis zu 50 Millionen Euro Jahresumsatz und weniger als 250 Mitarbeiter) erfolgt eine Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) in Höhe von 90% durch die KfW. Allen größeren Unternehmen wird eine Haftungsfreistellung von 80% angeboten. Darüber hinaus wurden die Zinssätze für Förderungen im Rahmen der Corona Krise angepasst. So erhalten kleine und mittlere Unternehmen Zinssätze von 1 - 1,46% (große Unternehmen 2 - 2,12%).

Die Kredite zur Betriebsmittelfinanzierung werden mit Laufzeiten bis zu 5 Jahren (inklusive einem tilgungsfreien Jahr) und als endfällige Variante mit einer Laufzeit von 2 Jahren vergeben. Für Investitionsfinanzierung entfällt letztere Variante. Nach erteilter Zusage können die Kredite innerhalb von 12 Monaten abgerufen werden. Ab 6 Monaten und 2 Bankarbeitstagen entfällt eine zusätzliche monatliche Bereitstellungsprovision von 0,15%.

Bestandsunternehmen, also solche, die bereits länger als 5 Jahre bestehen können einen KfW-Unternehmerkredit beantragen. Diese Unterstützung wurde erheblich ausgeweitet, sodass Unternehmen jeder Größe die bedingt durch die Corona Krise in Schieflage geraten sind Liquiditätshilfen beantragen können. Die Konditionen hierfür gelten analog zum KfW-Gründerkredit

Ergänzend hat die KfW die Liquiditätshilfen um das KfW Sonderprogramm „Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung“ für mittelständische und große Unternehmen erweitert. Im Rahmen dieses Programms werden Risikoübernahmen von bis zu 80% angeboten (maximal jedoch 50% der Risiken der Gesamtverschuldung). Dies gilt für Konsortialfinanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel mit bis zu 6 Jahren Laufzeit. Die Beteiligung der KfW erfolgt pari passu zu Marktkonditionen, wobei der übernommene Risikoanteil mindestens 25 Mio. Euro beträgt. Begrenzungen gelten hier analog des KfW-Gründerkredits für große Unternehmen.

Die KfW unterstützt die Hausbanken zudem aktiv bei der Risikoprüfung im Zuge der Beantragung von Liquiditätshilfen. Bei Finanzierungsvorhaben bis zu 3 Millionen Euro erfolgt die Prüfung durch die KfW. Für Anträge bis zu 10 Millionen Euro erfolgt eine vereinfachte Risikoprüfung.

Es gilt zu beachten, dass es sich hierbei grundsätzlich um rückzahlungspflichtige Darlehen für Unternehmen im Privatbesitz handelt, welche ausschließlich zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmittel genutzt werden dürfen. Die Aufnahme von Krediten zur Tilgung bestehender Kreditverbindlichkeiten ist nicht möglich.

Für Kleinstunternehmen und Soloselbständige bietet der Bund Soforthilfen an. Die finanzielle Unterstützung beträgt hierbei bis zu 15 Tausend Euro (Einmalzahlung). So sollen finanzielle Engpässe durch bspw. Mieten abgefedert werden.

Voraussetzung für alle der genannten finanziellen Unterstützungen ist, dass diese nur beantragt werden können, sofern bis zum 31.12.2019 noch keine finanziellen Schwierigkeiten vorlagen und Sie allein aufgrund der Corona Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Neben den KfW-und ERP-Finanzierungsangeboten bieten auch Landesförderinstitute finanzielle Hilfsmittel an. Details hierzu finden Sie unter: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html

Bei Bedarf kann Ihre Hausbank auch auf das Instrumentarium von Bürgschaftsbanken zurückgreifen. Voraussetzung hierfür ist ebenfalls, dass sich Ihr Unternehmen nicht in Schwierigkeiten befindet oder eine mögliche Sanierung bevorsteht. Ab einem Betrag von 20 Millionen Euro beteiligt sich der Bund in strukturschwachen Regionen am Bürgschaftsobligo in Höhe von 50%. Außerhalb dieser Regionen wird eine Absicherung ab einem Bürgschaftsbedarf von 50 Millionen Euro ermöglicht.

Finanzierungsvorhaben bis 2,5 Millionen Euro können direkt über https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de/ angefragt werden.

Zusätzlich dürfen die Bürgschaftsbanken sog. „Expressbürgschaften“ bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig innerhalb von 3 Tagen vergeben.

Der Bund hat darüber hinaus einen „Wirtschaftsstabilisierungsfond“ mit einem Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro beschlossen. „Die Unterstützungsmöglichkeiten des Fonds gelten auch für systemrelevante kleinere Unternehmen und Unternehmen im Bereich kritischer Infrastruktur“ (Quelle: BMWI). Dabei wird - wie im Rahmen der Finanzkrise - auf den Sonderfonds Markstabilisierung (SoFFin) zurückgegriffen.

Der Fond besteht hierbei aus:

  • 400 Milliarden Euro Staatsgarantien für Verbindlichkeiten
  • 100 Milliarden Euro für direkte staatliche Beteiligungen
  • 100 Milliarden Euro für Refinanzierung durch die KfW

Auf europäischer Ebene hat die Europäische Kommission eine „Corona Response Investment Initiative“ in Höhe von 37 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, welche unter anderem das Gesundheitssystem für kleine und mittelständische Unternehmen schützen soll. Bürgschaftsprogramme wurden zudem gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank aufgestockt (Volumen für Kredite in Höhe von 28 Milliarden Euro).

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