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Impact-Analyse für Großhandel & Logistik

Customer Insight -

Die erste Phase eines Leasingprojektes – die sogenannte Impact-Analyse – hat die FAS AG erfolgreich für ein international tätiges Unternehmen der Großhandels- und Logistikbranche durchgeführt. Mit einem Jahresumsatz von rund 16 Milliarden Euro, weltweit mehr als 30 Logistikzentren und über 8.000 Mitarbeitern, bietet das Unternehmen kundenindividuelle Dienstleistungen und umfangreiche Logistiklösungen in den Bereichen Lebensmittel und Non-Food.

Ziel des Projektes war die Ermittlung der Auswirkungen des neuen Leasingstandards nach IFRS für die Kenngrößen der Financial Performance. Hierzu wurde im ersten Schritt der Umfang des Leasinggeschäftes anhand eines kurzen Fragebogens erhoben. Der Erhebung wurde ein detailliertes Glossar vorangestellt, indem beispielsweise klargestellt wurde, dass Mietverträge, Flottenleasingverträge und Pachtverträge auch unter den neuen Leasingstandard fallen – ein Detail, das vielen Tochtergesellschaften nicht bewusst war. Daneben war von den Berichtseinheiten ein Excel-Blatt zu befüllen, das zu jedem Leasingvertrag die Angaben zu Objektart, Laufzeitbeginn, Laufzeitende und Leasingrate sowie Konzern-Beziehung zur Leasinggesellschaft beinhaltete. Aus einer Kombination an überschaubaren qualitativen und quantitativen Informationen konnten sehr frühzeitig Vereinfachungen ermittelt werden. So wurden z. B. gewisse Objektarten wie Kaffeemaschinen, Laptops, Kopierer, Drucker und Telefonanlagen, aufgrund ihrer Geringwertigkeit weiterhin bilanzneutral als Operating Leasing eingestuft.

Nach einer Qualitätssicherung (z. B. Leasingrate im Verhältnis zu Objektart und Laufzeit) und Verprobung mit den bisherigen Anhangangaben der Einheiten, ging es mit dem Einspielen der Excel-Daten in die FAS LeaseBOX weiter. Beim Aufsetzen auf den Vertragsbestand zum Ende des Vorjahres war hier vor allem die Laufzeit zu beachten, die aufgrund der Abfrage der Objektart relativ gut einschätzbar war. Denn um eine repräsentative Projektion des Leasingportfolios in die Zukunft zu erhalten, ist es notwendig, auch bei auslaufenden Verträgen eine „Erneuerung“ zu unterstellen. Daneben müssen die vertraglich vereinbarten Laufzeiten auf die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung überprüft und möglichst vereinheitlicht werden. So machte es Sinn, bei den Verwaltungsgebäuden wenigstens 6 Jahre als Gesamtlaufzeit zu unterstellen, auch wenn diese zum Teil jährlich kündbar waren; bei Lagerhallen konnten dagegen einheitlich 3 Jahre verwendet werden.

Ergebnis der quantitativen Analyse waren insbesondere die Zunahme der Verschuldung um ca. 300 Millionen Euro und eine Verbesserung des EBIT (aufgrund der Verschiebung des Zinsanteils der Leasingrate in das Finanzergebnis) um ca. 16 Millionen Euro. Bemerkenswert war, dass aufgrund der teilweise gegenläufigen Effekte die Auswirkungen auf die Ratios nicht so negativ wie befürchtet ausfielen, sondern sich teilweise sogar positiv präsentierten. Als wesentliche Treiber der Effekte konnten die Immobilienleasingverträge identifiziert werden, was bereits wertvolle Hinweise für die zukünftige Optimierung des Leasingportfolios lieferte. Schließlich wurden verschiedene Szenarien, wie z. B. unterschiedliche Abzinsungssätze und auslaufender Vertragsbestand, simuliert und bewertet.

Die Herausforderungen bei diesem Projekt waren vor allem, die Berichtseinheiten so wenig wie möglich zu belasten, aber trotzdem eine stabile Aussage zu den Implikationen zu erhalten. Die Komplexität der Impact-Analyse wurde dadurch erhöht, dass das Unternehmen nicht nur als Leasingnehmer, sondern auch als Leasinggeber tätig ist und teilweise Konstruktionen wie Sale-Leaseback und Untermietvertäge anzutreffen waren. Zusätzlich waren konzerninterne Leasingverhältnisse zu berücksichtigen.

Sie haben Fragen zu den Auswirkungen und der Umsetzung der neuen Leasingbilanzierung? Herr Dr. Peter Adolph beantwortet sie Ihnen gern unter peter.adolph(at)fas.ag oder +49 711 6200749-0.