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Grüezi FAS AG in Zürich und Hopp Schwiiz!

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Endlich ist es soweit. Wie in den vergangenen Blogs angedeutet, waren wir in den letzten Monaten und Wochen emsig dabei, unsere ersten Schritte ausserhalb von Deutschland vorzubereiten:

Top-Management-Team gefunden? Check!

Rechtliche Einheiten gegründet? Check!

Repräsentative Büroräume gefunden? Check!

Nachhaltige Go-to-Market-Strategie entwickelt? Check!

Lokalisierung des Aussenauftritts? Check!

(Hat es jemand gemerkt? Schon wieder wurde das „ß“ durch ein „ss“ ersetzt.)

Und nun können wir offiziell unseren Markteintritt in der Schweiz mit der FAS (Schweiz) AG verkünden. Zwar waren wir bereits in der Vergangenheit von Deutschland aus in der Schweiz tätig, so unter anderem bei der Swisscom und der SIX Group, mit der eigenen Gesellschaft vor Ort zeigen wir aber nun, welche wichtige Bedeutung der Schweizer Markt für uns hat. Dabei wird der Fokus im ersten Schritt auf den Schweizer Finanzdienstleistungsunternehmen mit dem Standort Zürich liegen. Betrachtet man das Ranking der größten Banken weltweit (nach Marktkapitalisierung 16.03.2015), so ist die UBS AG auf Rang 24, deutlich vor der Deutschen Bank AG mit Rang 42, knapp gefolgt von der Credit Suisse Group auf Rang 46. Allein schon dies zeigt die Bedeutung des Schweizer Bankenmarkts.

Dabei konnten wir mit Daniel Senn und Sandro Schmidt zwei anerkannte Beratungsexperten im Schweizer Bankenmarkt und mit Prof. Dr. Farkas einen der renommiertesten Professoren im Bereich des quantitativen Risiko-Managements für den Verwaltungsrat gewinnen. Diese werden in der Anlaufphase durch Mitarbeiter des deutschen Financial Services Bereichs von Andreas Huthmann unterstützt. Kurz- bis mittelfristig erfolgt dann auch der Aufbau eines eigenen Mitarbeiterstamms in Zürich.

Unser neues Office ist zentral in der Europaallee in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs gelegen. Logistisch optimal, gleichzeitig repräsentativ und mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten. Alle unsere Schweizer Geschäftspartner (und solche die es werden wollen :)) sind natürlich sehr gerne eingeladen, uns dort zu besuchen. Eine Tasse Kaffee oder Tee, eine Schoki und ein gutes Gespräch sind immer zu haben.

Die Schweiz ist zwar aus deutscher Sicht, räumlich, sprachlich und kulturell sehr nahe, doch sollte man die Besonderheiten nicht vernachlässigen. Und hat nicht jeder bereits seinen mehr oder minder grossen faux pas in der Schweiz hinter sich? Meine Bestellung in der Kantine der SIX Group für einen Schweizer Wurstsalat fällt hoffentlich in die Kategorie der Kleinen (richtig: Wurst-Käse-Salat). Schwieriger wird es, soweit Schweizerdeutsch mit Hochdeutsch verwechselt wird oder verzweifelt versucht wird, Schweizerdeutsch, statt Hochdeutsch zu sprechen (oder wie es jemand plakativ formulierte: „Bei der falschen Aussprache des Grußworts "Grüezi“ – wenn es wie „Grüze“ mit „i“ statt „e“ klingt – lädt der Eidgenosse gedanklich sein Sturmgewehr). Hierzu zählt auch die li-Endung an hochdeutsche Wörter zu hängen und womöglich aus dem geschätzten Franken ein Fränkli zu machen.

Auch bei den Fachbegriffen gibt es Abwandlungen: Der Jahresabschluss ist die Jahresrechnung, die Gewinn-und Verlustrechnung ist die Erfolgsrechnung (klingt eigentlich auch viel schöner!) und die Kapitalflussrechnung ist die Geldflussrechnung. Gerade bei letzter muss man dann auch konstatieren, dass dies der richtigere Begriff ist – es geht doch um den Fluss des Geldes im Unternehmen und nicht des Kapitals bzw. orientiert man sich am englischen Vorbild, so ist es auch die Cash-Flow-Rechnung und nicht die Capital-Flow-Rechnung. Vertiefende sprachhistorische Forschungen habe ich mir an dieser Stelle erspart. Aber was sich an dieser Stelle anbietet: Genau, es gibt in der Schweiz kein „ß“, sondern nur ein „ss“. Hierfür gibt es mehrere Begründungen, unter anderem die andersartige Phonetik der schweizerdeutschen Dialekte und die frühere Verbreitung der Antigua-Schriften in der Schweiz.

Last but not least, darf an dieser Stelle noch darauf hingewiesen werden, dass die Deutschen (nicht nur in der Schweiz) häufig zu forsch auftreten, die Schweizer Konsenskultur nicht berücksichtigen und auch nicht, dass die Höflichkeit in der Schweiz deutlich ausgeprägter ist. Dies alles muss ja offensichtlich nicht schlecht sein.

In diesem Sinne, bleiben Sie höflich und seien Sie nicht zu direkt!

Bis bald

Ihr
Ingo Weber