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Go west…!

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…baby you and me, go west – this is our destiny.

So sang bereits 1979 die amerikanische Disko-Band Village People. Und auch der ein oder andere potenzielle Börsengänger scheint sich dieses Motto zu Herzen genommen zu haben. Er packt sein Prospekt (“Baby”), um sein Schicksal mit einem IPO in den USA in die Hand zu nehmen. Nachdem wir bereits Anfang dieses Jahres mit der Pieris Pharmaceuticals, Inc. den Börsengang eines Biotech-Unternehmens in die USA begleitet haben (Themen waren unter anderem die IPO-Readiness insbesondere die Umstellung der Abschlüsse auf US-GAAP sowie die Unterstützung bei der Prospekterstellung), steht nun der nächste Börsengang in den Vereinigten Staaten an. So begann diese Woche das Projekt bei einem süddeutschen Technologieunternehmen zur Vorbereitung des IPOs in den USA. Dabei unterstützt die FAS AG im Rahmen eines Coaching-Ansatzes und mit selektiver Unterstützung – beispielsweise bei der Beurteilung und Bewertung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen („IFRS 2“) – die IFRS-Conversion.

Die Hintergründe für den Trend zu IPOs in Amerika sind unter anderem der – im Vergleich zu Deutschland bzw. Europa – deutlich größere und damit attraktivere Kapitalmarkt sowie die höheren Bewertungen. Unterstützt wird er zudem durch Erleichterungen der Regulatorik für sogenannte Foreign Private Issuer („FPI“) durch den JOBS Act. Gerade dieses, in den Jahren davor, relativ strenge regulatorische Umfeld (Stichwort: Sarbanes-Oxley Act „SOX“) und die möglichen Haftungsrisiken, hielten viele Nicht-Amerikaner von einem US-Börsengang ab.

Auch realwirtschaftlich scheint sich die globale Waagschale aktuell wieder deutlich weg von Asien in Richtung den USA zu bewegen. So kommen insbesondere aus China Meldungen hinsichtlich deutlich geringerer Wachstumsraten wie in den Vorjahren in Kombination mit einer Erhöhung der Haushaltsausgaben, leider auch für die „Verteidigung“. Deutliche Zeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung. In den USA zeigen sich hingegen stärker werdende Signale einer Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt sowie anhaltende Diskussionen über eine anstehende Zinserhöhung. Sollte die Prophezeiung des ehemaligen, leider inzwischen verstorbenen, Chef-Volkswirts der Deutschen Bank, Norbert Walter, vor einigen Jahren doch zutreffen und sich die USA langfristig besser entwickeln als China? Seine Gründe waren – neben der Produktivitätssteigerung – insbesondere das stärkere Bevölkerungswachstum in den USA gegenüber dem geringeren in China – bedingt durch die Folgen der Ein-Kind-Politik (in der Realität häufig Ein-Sohn-Politik). Aber sind vielleicht auch das kapitalistische Wirtschaftssystem und die Demokratie dem Kommunismus überlegen? Betrachtet man die aktuellen Handlungen des deutschen Sozial- und Familienministeriums, ist dies eventuell in Berlin noch nicht angekommen. Aktuell kommt Amerika jedenfalls zurück, wie auch das Lied „Go West!“, das 1993 von den Pet Shop Boys gecovered und erneut zum Erfolg geführt wurde.

Auch in den aktuellen Veranstaltungen spiegelt sich das – zumindest finanziell – optimistische Umfeld wider. So hielt am Montag, im Rahmen der „Börsen-Zeitung im Dialog“, der baden-württembergische Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid einen Vortrag zur Wirtschaftspolitik in Baden-Württemberg und schilderte hierbei unter anderem auch seine Erfahrungen aus den unterschiedlichen Start Up-Kulturen in Deutschland und Israel. Am Donnerstag ging es bei weiteren Vorträgen um Minderheitsbeteiligungen an Familiengesellschaften, ein anhaltend spannendes Thema für Unternehmen, die auf Wachstumskurs gehen wollen.

In diesem Sinne, bleiben Sie optimistisch und nehmen Sie Ihr Schicksal in die Hand!

Bis bald

Ihr

Ingo Weber