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ESEF – das European Single Electronic Format

Business Insight -

Technologische Entwicklungen und zunehmende regulatorische Anforderungen sind Treiber, welche die Rechnungslegung grundlegend verändern. Auch steigen die internen und externen Informationsbedürfnisse und insbesondere auch die Forderung einer zeitnahen Informationsvermittlung.

Die Europäische Kommission hat daher im Jahr 2013 die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde („ESMA“) beauftragt, Entwürfe für technische Regulierungsstandards („RTS“) zu erarbeiten. Rund vier Jahre später hat die ESMA den RTS zur Spezifizierung eines elektronischen Berichtsformats – das European Single Electronic Format („ESEF“) – veröffentlicht.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 werden alle Unternehmen, deren Wertpapiere auf regulierten Märkten gehandelt werden, verpflichtet, den Regulierungsstandard anzuwenden. Demnach ist künftig der gesamte Jahresfinanzbericht, also der Lagebericht, die Bilanz, Gesamtergebnis-, Eigenkapitalveränderungs- und Kapitalflussrechnung sowie der Anhang nach einem einheitlichen, digitalen XHTML-Format zu publizieren, welches durch den RTS konkret vorgegeben wird. Für Konzernabschlüsse, die nach IFRS erstellt werden, sind diese zusätzlich mit sogenannten XBRL-Auszeichnungen im XHTML-Dokument unter Verwendung der Inline XBRL-Technologie („iXBRL“) zu versehen.

Die Auszeichnungen erfolgen auf Basis der ESEF-Taxonomie – einer begrenzten Erweiterung der IFRS-Taxonomie. Unter Taxonomie ist eine Auflistung aller IFRS-Angaben zu verstehen, die darin beschrieben, klassifiziert und in einer zusammenhängenden Struktur dargestellt werden. Auszeichnung bedeutet nichts anderes, als die Zuordnung eines Taxonomie-Elements zu einer Angabe im Jahresfinanzbericht.

Für den jeweiligen Abschlussposten ist daher im ersten Schritt das zutreffende Taxonomie-Element auszuwählen. Im Hinblick auf beispielsweise den Bilanzposten „Sachanlagevermögen“, wäre dies das Element "ifrs-full:PropertyPlantAndEquipment“. Im Rahmen eines Mapping ist sicherzustellen, dass sämtlichen Abschlussposten ein entsprechendes Taxonomie-Element zuordenbar ist. Andernfalls sind unternehmensspezifische Erweiterungen der Taxonomie vorzunehmen.

Worauf ist zu achten?

Regelmäßig stimmen die Bezeichnungen bestimmter Abschlussposten nicht exakt mit den Bezeichnungen der Taxonomie überein. Die delegierte Verordnung fordert hier, dass bei mehreren in Frage kommenden Taxonomieelementen das Element mit der engsten Bedeutung auszuwählen ist. Deshalb ist zwingend ein tiefes IFRS-Verständnis zumindest bei jenen Personen notwendig, die das Mapping durchführen.

Zudem dürfen Erweiterungstaxonomien nur erstellt werden, wenn die Basistaxonomie einen Sachverhalt falsch darstellen würde. Redundanzen in den Taxonomien sind zu unterlassen.

Weiterhin ist die Entscheidung zu treffen, ob die Erstellung des XHTML-Dokuments nebst Auszeichnung ausgelagert oder selbst durchgeführt werden soll. Im letzteren Fall bedarf es einer Softwarelösung.

Vor Veröffentlichung des ausgezeichneten Jahresfinanzberichts empfiehlt sich zudem eine Validierung in Form eines Testabschlusses, um Fehler und potentielle haftungsrechtliche Risiken zu vermeiden. Hier bietet sich das Vorjahr an. Viele unsere Kunden beginnen nun, Testabschlüsse zu generieren. Hierbei unterstützt die FAS vollumfänglich.

ESEF – Herausforderungen für Unternehmen:

  • Potentielle Prüfungspflicht der elektronischen Berichterstattung
  • Überarbeitung der Reportingprozesse
  • Auswahl und Einarbeitung in eine Softwarelösung bei Inhouse-Bearbeitung
  • Einführung unternehmensspezifischer Taxonomie-Erweiterungen
  • Transfer zwischen IFRS-Bedeutung und Taxonomie-Element
  • Verständnis der IFRS sowie der Bedeutung der Konzernabschlussangaben als unabdingbare Voraussetzung

ESEF Services – Unterstützung durch die FAS:

  • Wir stellen sicher, dass die ESEF-Anforderungen eingehalten werden. Überblick und Revisionssicherheit durch vollständige Nachvollziehbarkeit
  • Technisches Verständnis und fachliche Rechnungslegungs-Expertise aus einer Hand
  • Reduktion von Komplexität und Aufwand durch softwaregestützte ESEF-Berichterstattung
  • Entlastung Ihrer eigenen Belegschaft, vor allem bei zeitintensivem Mapping und Tagging
  • Effizientes Projektmanagement mit vordefinierten Projektzielen und erprobtem Vorgehensmodell für eine erfolgreiche Projektumsetzung

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!