Kontakt

Entwurf zu Änderungen an IFRS 16 bei der Bilanzierung von Sale-and-Leaseback-Transaktionen

News -

Das International Accounting Standards Board (IASB) schlägt in dem Entwurf eines Vorschlags zur Änderung von IFRS 16 (ED/2020/4 „Lease Liability in a Sale and Leaseback“) vor, die Bilanzierung gemäß IFRS 16: Leasingverhältnisse im Zusammenhang mit Sale-and-Leaseback-Transaktionen zu verbessern. Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Bilanzierungsmethode des Verkäufers/Leasingnehmers bei Erstansatz des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-LeasebackTransaktion und die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit spezifizieren. Der Änderungsvorschlag gilt für die Sale-andLeaseback-Transaktionen, bei denen die Voraussetzung der Übertragung eines Vermögenswerts als Verkauf erfüllt ist.

Das IFRS Interpretations Committee erhielt eine Anfrage, die Bilanzierung von Saleand-Leaseback-Transaktionen mit variablen Leasingzahlungen zu regeln. Die Zielsetzung war zu klären, wie der Verkäufer/ Leasingnehmer das aus dem Rückleasing resultierende Nutzungsrecht zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses bewerten und wie er den Gewinn oder Verlust der Transaktion erfassen soll. Die bislang unterschiedliche Bilanzierungspraxis führte zu wesentlichen Abweichungen in den Jahresabschlüssen der Verkäufer/Leasingnehmer.

Der Änderungsentwurf würde die bisherigen Regelungen zu Sale-and-LeasebackTransaktionen weiterentwickeln, hat aber keine Auswirkungen auf die Grundsätze der Bilanzierung von Sale-and-LeasebackTransaktionen und auf die Bilanzierung der Leasingverhältnisse, die nicht mit Sale-andLeaseback–Transaktionen verbunden sind.

Im Falle einer Sale-and-Leaseback-Transaktion hat der Verkäufer/Leasingnehmer bei Erstansatz...

  • das mit dem Rückleasing verbundene Nutzungsrecht mit dem Teil des früheren Buchwerts anzusetzen, der sich auf das vom Verkäufer/Leasingnehmer zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Der Verkäufer/Leasingnehmer bestimmt diesen zurückbehaltenen Anteil durch einen Vergleich zwischen den erwarteten, diskontierten Leasingzahlungen und dem beizulegenden Zeitwert des verkauften Vermögenswertes. Der Verkäufer/Leasingnehmer hat etwaige Gewinne oder Verluste nur insoweit zu erfassen, als sie sich auf die auf den Käufer/Leasinggeber übertragenen Rechte beziehen.
  • die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der erwarteten, diskontierten Leasingzahlungen anzusetzen. Sofern der Verkaufspreis oder die vereinbarten Leasingzahlungen von den marktüblichen Werten abweichen, ist eine entsprechende Anpassung notwendig.
  • sämtliche variablen Leasingzahlungen (unabhängig davon, ob diese von einem Index oder einer Rate abhängen, z.B. auch umsatzabhängige Mieten) zu berücksichtigen. Die Leasingzahlungen sind über die Gesamtlaufzeit des Leasingverhältnisses entsprechend den Erwartungen zu schätzen. Für die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit sind diese geschätzten erwarteten Leasingzahlungen über die Gesamtlaufzeit unverändert beizubehalten. Eine Neubewertung der variablen Leasingzahlungen erfolgt nur noch bei einer Änderung der Leasinglaufzeit oder einer Modifikation. Eventuelle Abweichungen zwischen der Schätzung und den tatsächlichen Zahlungen sind ergebniswirksam zu erfassen.

Die Übergangsvorschriften sehen grundsätzlich eine retrospektive Anwendung gemäß IAS 8 vor. Die Kommentierungsfrist für den Entwurf endet am 29.03.2021.

Autorin: Gyöngyver Csomay

Ansprechpartner
 Hans-Georg Weber Partner