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„Du weißt nicht, wie stark die dunkle Seite der Macht sein kann.“

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Ein kleines, wenn auch einfaches, Filmquiz für den Freitag gefällig? Von wem ist dieses Zitat bzw. aus welchem Film?

Aber was will der Autor dem geneigten Leser mit diesem Zitat nun sagen? Eine Bestätigung eines schon lange gehegten Verdachts: Wenn Transparenz über den Einsatz von allen Mitgliedern in einem Team hergestellt wird, dann verschlechtert sich die Performance des gesamten Teams. So zeigen verschiedene Studien, dass sich Menschen eher an den schlechten als an den positiven Beispielen orientieren. Hinzu kommt, dass in Teams ein soziales Dilemma herrscht: für das einzelne Individuum ist es bei Teamarbeit häufig besser, wenn die anderen mehr tun als man selbst. Der Grund? Am Ende werden die Ergebnisse aus der Teamarbeit unter allen aufgeteilt und der Nutzen wird maximiert, indem man sich selbst weniger anstrengt. Es ist der berühmte Trittbrettfahrer („free rider“) der getreu dem alten Motto „Team – Toll ein anderer macht’s“ lebt. Eine erste Schlussfolgerung könnte sein, die Trittbrettfahrer zu identifizieren und entweder zusätzlich zu motivieren oder eben die Zusammensetzung des Teams zu ändern.

Eine andere Schlussfolgerung könnte jedoch auch sein, dass man die Vorbilder zusätzlich stärkt und weiter hervorhebt, in der Hoffnung, dass sie das ganze Team mitziehen – der berühmte, insbesondere in Schnellrestaurants beliebte, „Mitarbeiter des Monats“.

Genau diese These hat der Verhaltensökonom Rainer Michael Rilke von der WHU - Otto Beisheim School of Management gemeinsam mit weiteren Professoren aus Köln und München zumindest in einem Laborexperiment widerlegt. In dieser Studie bekamen Studenten eine Grundausstattung von 20 Punkten, welche einen gewissen Geldbetrag wert waren. Diese Punkte konnten sie nun einsetzen. In jeder Runde wurden die Punkte dann vervielfältig und die Erträge an alle verteilt, unabhängig vom jeweiligen Einsatz, also im Zweifel auch keinem Einsatz. Für die Gruppe wäre es am besten, wenn – auf Grund der Vervielfältigung je Runde – alle möglichst viel einzahlen würden. Für den Einzelnen hingehen war eine Minimalisierung seines Einsatzes das Sinnvollste. Nach einer Runde wurde dann der Höchstbetrag offengelegt. In einem alternativen Ansatz wurde zwar der gleiche Betrag gezeigt, jedoch ohne, dass dieser als Höchstbetrag genannt wurde. Die Folge? In der letzten Gruppe (ohne den erkennbaren Höchstbetrag) lagen die Beiträge der anderen Gruppenmitglieder deutlich höher. In einer Abwandlung des Experiments zeigte sich dann die Stärke der dunklen Seite der Macht: Wurde der geringste Betrag angezeigt, führte dies dazu, dass die Beiträge in der Gruppe nach unten gingen, es wurde im wahrsten Sinne des Wortes „runtergezogen“.

Die Schlussfolgerung aus dem Experiment von Rainer Michael Rilke ist, dass man zwar Mitarbeiter durchaus als vorbildlich hervorheben kann beziehungsweise sollte, es aber vermeiden sollte zu sagen, dass er der Beste ist. Ein weiterer Ansatz wäre sicherlich eine Differenzierung des Rückflusses aus der Teamarbeit im Sinne einer Individualisierung der Incentivierung. Aber auch hier gilt es natürlich ein Pareto-Optimum auszupendeln und ebenfalls die Teamleistung angemessen bei der Vergütung zu berücksichtigen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

In diesem Sinne, seien Sie vorsichtig beim Hervorheben von Leuchttürmen in Ihren Teams, sie können durchaus auch eine demotivierende Wirkung haben!

Ihr 

Ingo Weber

P.S.: Das Zitat ist natürlich von Darth Vader zu Luke Skywalker in Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter…Wer noch mehr aus Star Wars-Zitaten lernen möchte, dem sei die Seite https://t3n.de/news/star-wars-zitate-lernen-649447/ empfohlen.