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Der motivierende Bonus

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„Volkmar Denner ist ein Visionär der Vergütungsszene. Der Bosch-Chef hat angekündigt, für seine Führungskräfte das bisherige leistungsabhängige Bonus-System zu streichen – ersatzlos. Boni gibt es in Stuttgart, oder wo sonst der Tech-Konzern in der Welt präsent ist, nur noch abhängig vom gesamten Unternehmenserfolg. "Weg von der Individualoptimierung", heißt Denners Losung.“

So wurde das neue Incentivierungssystem „beim Bosch“, wie man korrekt in Schwaben formuliert, beispielsweise von Heidi Stopper (immerhin ehemaliges Vorstandsmitglied der ProsiebenSat1 Media AG) auf Spiegel.de, aber auch von zahlreichen anderen bejubelt. Keine endlosen Diskussionen mehr, um Zielerreichungen und Gerechtigkeit der jeweiligen Boni mit den entsprechenden motivierenden oder demotivierenden Auswirkungen und ebenso kein nerviger administrativer Aufwand mehr.

Nun gut. Etwas Wahres ist hier sicherlich dran. Kein Unternehmen, das in irgendeiner Form Boni zahlt, weiß nicht von Bonusdiskussionen und sich damit beschäftigenden Personalern zu berichten.

Eigentlich muss man jedoch viel früher anfangen. Warum werden denn Boni gezahlt? Man will Menschen dazu motivieren „etwas“ bestimmtes in ihrer Arbeit zu tun, man will sie zum Arbeiten motivieren.

Aber Moment einmal. Was war nochmal die Aufgabe einer Führungskraft?  Nicht etwa dafür Sorge zu tragen, dass Menschen ihre Tätigkeit entsprechend dem Unternehmensziel erledigen? Muss es dann nicht eigentlich auch Anspruch an eine Führungskraft sein, so zu führen bzw. zu motivieren, dass dies erreicht wird? Und ist dies „nur“ über Geld möglich? Doch wohl kaum.

Gleichfalls müsste man aus der incentivierten Sicht die Frage stellen: Brauche ich also zwingend mehr Geld (= Bonus), damit ich meine Arbeit  so erledige wie es von mir erwartet wird? Wohl ebenso nicht.

Hinzu kommt, dass durchaus auch die Ansicht vertreten wird, dass Menschen (Sie merken, ich vermeide die Worte Arbeiter, Angestellte, Mitarbeiter oder im schlimmsten Fall so etwas wie Untergebene) grundsätzlich von sich aus (intrinsisch) motiviert sind, solange ihnen die Arbeit Spaß macht und sie den Sinn verstehen. Und extrinsische Motivationen wie Geld eher kurzfristig oder sogar kontraproduktiv wirken. Also doch: Schafft den Bonus ab!?

Ja, in einer perfekten Welt wäre es so. Alle arbeiten weil sie motiviert sind und Spaß bei der Arbeit haben. Und keiner ist dem anderen neidisch, weil dieser einen höheren Bonus, einen schnelleren Dienstwagen oder ein schickeres Büro etc. bekommt.

Aber wir leben leider nicht in einer perfekten Welt… Daher in meinem nächsten Blogbeitrag, die ultimative Lösung: Der richtige Bonus!

In diesem Sinne, schaffen Sie Ihr Bonussystem nicht sofort ab, sondern lesen Sie erst meinen Blogbeitrag in der nächsten Woche. Und bis dahin: Glauben Sie an die Motivation der Menschen oder schaffen Sie es diese (nicht materiell) zu motivieren!

Ihr

Ingo Weber