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Das Dilemma

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Zurück aus dem Urlaub: Voller Tatendrang und Energie stürzt man sich auf neue Aufgaben!

Gleichwohl die Geschäfte bei den meisten Firmen kräftig brummen, schweben anhaltend makroökonomische Schwerter über unseren Köpfen. Ganz aktuell wieder einmal ein 33-jähriger Nordkoreaner, namens Kim Jong-un, seines Zeichens Diktator Nordkoreas, Vorsitzender des Komitees für Staatsangelegenheiten der DVRK, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee und Vorsitzender der Partei der Arbeit Koreas sowie der sogenannte „Oberste Führer“ der Demokratischen Volksrepublik Korea. Dieser hat es sich zum Ziel gemacht, zur Atommacht aufzusteigen und so seinen Nachbarn und insbesondere auch dem Erzfeind, den USA, Angst und Schrecken einzujagen. Welche Rolle in diesem Spiel zwei der regionalen Großmächte – nämlich Russland und China – spielen, sei dahingestellt.

Es stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es gibt. Ohne jetzt in vertiefende Analysen einzusteigen, für welche andere Leute besser qualifiziert sind als ich, so erscheinen doch folgende zwei grundlegenden Alternativen denkbar:

(1) Man lässt es zu, dass Nordkorea Atommacht wird. Dadurch bleibt die Welt aber weiterhin durch Nordkorea und dessen Drohung eines Atomschlags erpressbar.

(2) Man verhindert, dass Nordkorea Atommacht wird. Dieses Verhindern ist jedoch leichter gesagt als getan. Ein groß angelegter Angriff auf Nordkorea hätte fatale Folgen für die gesamte asiatische Region einschließlich der Städte Seoul und Tokio, da sich diese nicht zuverlässig vor einem Gegenschlag schützen lassen. Ein chirurgischer Angriff würde auf Grund der dezentralen Verteilung der militärischen Einrichtungen Nordkoreas auch nicht zum Erfolg führen. Und ein Umsturz ist vermutlich bereits mehrfach versucht worden und auch von der Schutzmacht China nicht gewollt. Bleibt noch das Mittel der Sanktionen, bei dem jedoch auch nicht alle Beteiligten mitspielen wollen.

Ein Dilemma?

„Ein Dilemma, auch Zwickmühle, bezeichnet eine Situation, die zwei Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten Resultat führen. Es wird durch seine Ausweglosigkeit als paradox empfunden. Auch der Zwang zu einer Auswahl zwischen zwei positiven Möglichkeiten kann ein Dilemma sein.“, so Wikipedia. Bekanntestes Beispiel für ein Dilemma ist im Übrigen das Gefangenendilemma. Soweit es mehr als zwei unerwünschte Resultate gibt, spricht man von Polylemma.

Handelt es sich im Fall von Nordkorea nun um ein Di- bzw. Polylemma? Es scheint fast so.

Wenn wir uns nun von der großen Weltbühne verabschieden und auf unsere kleine Welt konzentrieren, so ist es doch häufig im Leben deutlich einfacher. Manchmal stehen wir vor komplexen Entscheidungen und sprechen von einem Dilemma.

Nehmen wir beispielsweise den Wunsch des Mandanten, dass das Projektteam fünf Tage die Woche vor Ort arbeitet. Dem steht eventuell das Bedürfnis des Mitarbeiters entgegen, seine Reisetätigkeit zu reduzieren und mehr im Office zu arbeiten. Ein Dilemma? Keinesfalls. Denn hier lässt sich häufig in Abstimmung mit Mandanten und Mitarbeitern ein Kompromiss finden, wie etwa das 5-4-3 Modell, bei welchem 5 Tage die Woche für den Mandanten gearbeitet wird, bei 4 Tagen vor Ort mit 3 Übernachtungen.

Zugegebenermaßen, dies setzt natürlich Kompromissfähigkeit (sachliche Ebene) und Kompromisswilligkeit (persönliche Ebene) auf beiden Seiten voraus, die bei einem Dilemma eben auch nicht weiterhelfen. Insofern muss man fasst konkludieren, dass Nordkorea eben kein Dilemma ist, da es aktuell ja an der Kompromisswilligkeit zu scheitern scheint.

In diesem Sinne, überlegen Sie sich bei komplexen Entscheidungen die Alternativen, wägen Sie Kompromisse ab und zeigen Sie die Willigkeit zur Einigung, das macht es für alle am Ende einfacher.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber